Natürlich habe ich mich gefreut, als ich das Angebot erhielt, mich an einer Blogparade zu beteiligen. Was ich nicht genügend bedachte, war das Thema, um das es dabei gehen soll – die Wechseljahre, genauer gesagt, MEINE Wechseljahre! Na – da hatte ich mir ja etwas eingebrockt. Nicht nur, dass man, Verzeihung niemand, noch nicht mal frau, darüber öffentlich spricht, sondern weil diese Phase für mich gar nicht so leicht zu umreißen ist.

Dennoch will ich es versuchen.

Völlig unerwartet

Wie beschreibt man eine Phase, die so leise und gut getarnt angeschlichen kam, dass man sie gar nicht als die erkennt, die sie nun mal ist?

Am besten passt für mich die Beschreibung einer Reise in ein unbekanntes Land.

Von Neuland hatte ich als Kind sicherlich hier und da schon einmal etwas aufgeschnappt, wenn meine Mutter sich mit unserer Nachbarin darüber unterhielt. Auch später unterhielten sich immer mal wieder „ältere“ Frauen darüber, aber was betraf mich das! Dieses fremde Land lag in so weiter Ferne. Irgendwann einmal ja – da würde ich auch dort eintreten und schwupp wäre alles da …., weit gefehlt!

Neuland wartete nicht ab, bis ich bereit war, als alte Frau dort einzutreten – Neuland kam zu mir, völlig unerwartet, weil viel zu früh, klopfte es an meine Tür, stellte sich vor. Da gab es zunächst die Hormonschwankungen, die jede Regelmäßigkeit über den Haufen schmiss und keinen normalen Zyklus mehr zuließ. Seitdem hatte mein Alltag mehr „Tage“ als bei anderen. Doch mein ganzer Hormonhaushalt bescherte mir noch so manch andere Überraschung. Und so fand ich mich mehr als einmal deshalb im Krankenhaus wieder. Das Thema wurde mein dauernder Begleiter und so merkte ich nicht, dass ich ohne es zu bemerken, in Neuland eingereist war.

Ein unbekanntes Land

Finde Deinen Weg

Es war ganz schön nebelig dort, manchmal sah ich die Hand vor Augen nicht – und so stolperte ich meinen Weg entlang. Immer wieder stand ich auch mal vor einem Hügel der bestiegen, ein Berg, der beklommen werden wollte. Das war anstrengend und entsprach so gar nicht meiner Vorstellung von einem ruhigen, reifen, selbstbestimmten Leben. Aber – immer wenn ich wieder eine Hürde geschafft hatte und auf einem dieser Hügel oder Berge stand, konnte ich auch weiter schauen, denn der Nebel lag nur im Tal. Ich sah wunderbare Felder, die Weite, den Sonnenschein und ich versprach mir, meinen Weg dorthin zu finden und zu sehen, was dort am Ende Wunderbares auf mich warten würde. So lange es ging, versuchte ich oben die frische Luft und die Weitsicht zu genießen. Manchmal gelang mir das besser, manchmal war die Zeit auch sehr schnell wieder vorbei. Aber ich hatte ja jetzt eine Ahnung und eine vage Richtung.

Nach jedem Abstieg spürte ich auch, wie ich meine Muskeln trainiert hatte und etwas stärker geworden war. Auch der Nebel war nicht mehr ganz so dicht und ich konnte diesen Weg erkennen, den ich schon von oben erspäht hatte.
Manchmal nahm ich auch die falsche Abzweigung, verirrte mich kurz, aber das Bild war ja in meinem Kopf – und so fand ich auch wieder zurück.

Neue Erfahrungen

Irgendwann tauchte die erste Stadt auf – sie war nicht groß, aber sehr ansprechend. Ich setzte mich das erste Mal in ein Café, ganz allein, aber es fühlte richtig gut an. Ich bemerkte, wie angenehm es ist, nur mit sich zu sein. Das war kein Gefühl des Alleinseins, sondern der inneren Ruhe und Zufriedenheit. Ich schlenderte durch die Stadt und fing an, mich in den Schaufensterscheiben zu betrachten. Und da entdeckte ich das erste Mal dieses Lächeln – nicht von außen hervorgerufen, nicht fürs Fotografieren aufgesetzt, sondern aus meinem tiefsten Inneren. In diesem Moment begegnete ich mir zum ersten Mal ganz neu und ein wunderbarer Funke der Selbstliebe leuchtete auf.

Zufrieden kehrte ich der Stadt wieder den Rücken und lief weiter. Immer besser kamen die Lichtstrahlen durch den Nebel, der weiter zurückwich. Meine Schritte wurden leichter und ich kam ein gutes Stück voran. Dann kam dieses Waldstück. Ich sah, dass es auch einen Weg drumherum gab, aber ich wusste, dass der Weg durch dieses dunkle Stück Wald eine Aufgabe für mich werden würde, von der ich viel lernen konnte. Also ging ich mitten hinein. Es wurde immer mal wieder recht dunkel und der Weg wurde viel länger, als ich zunächst angenommen hatte. Manchmal hatte ich Angst, mich darin zu verlieren, aber eine innere Kraft wies mir immer weiter meinen Weg. Und von ein auf den anderen Moment stand ich wieder im Freien – und fühlte mich befreit.

Ich ging beschwingt weiter, quer durch ein rosa Erikafeld, spürte das Heidekraut unter meinen Füßen, fühlte die Sonne und den Wind auf meiner Haut und fing an zu begreifen, was Leben ist.

Ein neues Ich

Mit dieser Euphorie im Herzen ging ich in die nächste Stadt, in der die Geschäfte mich verlockend zu sich einluden. Und ich nahm die Einladung gerne an, denn ich wollte meinem Körper die schönste aller Hüllen schenken. Ich probierte aus, genoss die Farben, die Materialien auf meiner Haut. Bei einem der Blicke in den Spiegel verliebte ich mich in mich – zutiefst dankbar, endlich dieses ganze Ja zu mir zu spüren.

Lachend und frei lief ich weiter und weiter, an einem Springbrunnen vorbei, überquerte einen Fluss und kam zu der größten und schönsten aller Blumenwiesen. Riesige Blüten in allen Farben und Formen konnte ich erkennen und ich wusste, hier ist mein Platz, mit all den anderen Menschen, die hier schon waren und noch dazu kommen würden. Jeder von ihnen hatte seinen besonderen Weg hierher gefunden. Ich spürte, dass ich angekommen war und dass es meine Aufgabe sein wird, auch anderen von diesen Herausforderungen und all dem Schönen, was hier ist zu berichten und sie auf ihren Weg zu begleiten.

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Ganz bei mir angekommen

Es haben sich etliche an der Blogparade der wunderbaren Gela Löhr, der Gründerin von Lemondays beteiligt. Sie haben ihre Geschichte erzählt, ihre Erfahrungen geteilt und gezeigt, dass es in erster Linie nicht um Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und dem Älterwerden geht, sondern um ein genaues Hinschauen und die Chance, noch einmal bestimmte Dinge oder auch Grundlegendes zu ändern. Einige davon findest Du hier:

Christine Habedank Meine Wechseljahre und ICH
Alexandra Cordes-Guth Die eigene Unverwechselbarkeit sichtbar werden lassen
Uta Ossmann
Zeit des Neubeginns – Selbstbewusst und Sexy!
Frauke Schramm Blogparade: Meine Wechseljahre und ich
Beatrice Drach NEXT STOP: MENO PAUSE
Heike Franz Listen to your body – aber ich war taub
Martina Kahlert Das himmlische Wasser versiegt
Hanna Krohn Für meine Sexualität sind die Wechseljahre ein Segen!
Alexandra Brosowski Die besten Jahre