50 werden immer nur die anderen

So war mein Lebensgefühl, vor allem, als ich erfolgreich die bis dahin schlimmste Hürde für mich überwunden hatte. Nämlich 40 zu werden. Das war für mich damals das Stehen vor einem Abgrund. Der Abschied von Jugend, Unbefangenheit und Lebensfreude pur.
Niemand hatte mir erzählt, dass einen die zweifelbehaftete Lebenskrise nicht unbedingt in der logisch-mathematisch korrekten Jahrhundertmitte erreichen muss, sondern ihrer eigenen Dynamik folgt.

Gela Löhr, Chefredakteurin von LEMONDAYS, DEM Onlinemagazin für Frauen, die mitten im Leben stehen und sich mit Lust und Laune in ihre neue Lebenshälfte begeben wollen, hatte den genialen Gedanken, sich zu ihrem 50. Geburtstag eine Blogparade zum Thema „50 Jahre ICH“ zu wünschen.
Gela ist eine strahlende, vor Ideen sprühende Powerfrau, die sich voller Leidenschaft dem Thema Frau-sein in der Lebensmitte widmet und damit den Wechseljahren authentisch und kreativ eine ganz neue Identität eingehaucht hat.
Auf diesem Wege liebe Gela, Happy Birthday – und auf eine geniale neue Lebenshälfte!

 

Man wird halt langsam zum Ersatzteillager

Ich erinnere mich noch an eine Bemerkung meiner Nachbarin, die mich in meinen 40ern irritierte, als sie bei unserer Unterhaltung über den jeweiligen letzten Zahnarztbesuch zu mir meinte: „Na ja, man wird halt langsam zum Ersatzteillager“. Das traf mich. Diesen Satz konnte ich nicht mehr einfach nur als Spruch abschütteln. Ja, es hatte mich damals nicht nur irritiert, sondern schockiert. DAS gehörte nicht zu mir. Wohlgemerkt, ich befand mich damals noch in meinen Vierzigern. Irgendwie fühlte ich mich unverwüstlich. Wie damals als Vierjährige, als ich dachte, ich alleine könne die Welt verbessern.

Aber der vierzigste Geburtstag ging vorüber, ohne dass ich sichtbaren oder psychischen Schaden zu vermelden hatte und so fühlte ich mich mit Mitte 40 dann tatsächlich auf der Höhe meines persönlichen Daseins und schaute wohlwollend auf die, die jenseits der magischen Grenze zu mir herüberblickten. Ich kannte ihr Klagen und Jammern über das Schwinden ihrer physischen Kraft, dem Tieferwerden der Falten, das Schwächeln ihrer Augen und Ohren, ihrer neuen Verletzlichkeit und dem betrauerten Schwinden ihrer Attraktivität.
Und ich war mir sicher, dass ich es schaffen würde – reflektiert und aktiv – diesem Prozess die Stirn zu bieten. Zumindest was den bewussten Umgang mit dem Älterwerden, der nahenden 50 betraf. Wenn ich nur ganz klar weiter so zu mir stehen würde.

 

Mein magischer Übertritt hätte nicht besser liegen können

Meine Persönlichkeit hatte ich längst erfolgreich begonnen zu entdecken, zu erforschen und anzunehmen – nicht zuletzt auch durch meine Ausbildung zur Typberaterin und anschließendem Image Consultant, die ich nur wenige Tage nach meinem 40. Geburtstag aufgenommen hatte. Auch meine sichtbare äußerliche Veränderung trug zu meinem gesteigerten positiven Selbstgefühl bei.Mein_magischer_Übertritt Als ich dann auch noch die Ausbildung zur systemisch-lösungsorientierten Beraterin begann, die mich in vielen Punkten mit meinem früheren Ich und meiner Geschichte versöhnte und ich parallel endlich auch noch meinen Abschluss zum Personal-Image-Coach erfolgreich absolvierte, hätte der Zeitpunkt für den magischen Übertritt in meine zweite Jahrhunderthälfte eigentlich nicht besser liegen können. Dachte ich.

Doch mich damit zu diesem Zeitpunkt konkreter auseinanderzusetzen war mir nicht vergönnt. Mein Schwiegervater, der nebenan wohnte, lag zu der Zeit im Sterben und andere Dinge waren plötzlich gefordert. Der Sterbe- und Trauerprozess und all die Dinge, die dann erledigt werden wollten, nahmen so viel Aufmerksamkeit und Zeit in Anspruch, dass ein Reflektieren und Bearbeiten meines Übergangs in eine neue Phase ein wenig unterging.
Deshalb freue ich mich, durch die vielen wunderbaren Artikel dieser Blogparade (einige Links findest Du am Ende meines Artikels), meinem Übergangs-Prozess, der irgendwann dann allmählich im Stillen begonnen hatte, noch einmal bewusst nachzuspüren.

 

Was ich bis jetzt alles lernen durfte

Ich bin glücklich, ja sogar stolz auf meine persönliche Entwicklung. Nicht alles, was mir in die Wiege gelegt wurde, war dafür dienlich. Aber gerade auch diese Dinge helfen letztlich, beim richtigen Umgang damit, daran zu reifen und etwas Gutes daraus wachsen zu lassen.
Dankbar bin ich für meinen Idealismus, der mich schon durch so manches Tal hat hindurchschreiten lassen, immer mit dem Wissen, dass es etwas Besseres geben wird, dass mehr zu erreichen ist.

Was ich bis jetzt alles lernen und erfahren durfte
• Ich werde geliebt, einfach als der Menschen, der ich bin, nicht für das, was ich sage oder leiste.
• Alles auf „Reset“ zu setzen und herausfinden, was ich für richtig und wichtig halte und nach meinen Regeln zu leben, war eine der besten Entscheidungen in meinem Leben.
• So wie ich bin, bin ich ok. So, wie ich bin, bin ich genug. So wie ich bin, bin ich die beste Ausgabe meiner selbst für diesen Moment.
Das Hier und Jetzt ist der wichtigste Augenblick in meinem Leben.
• Ich darf mir viel mehr zutrauen, muss aber niemanden etwas beweisen.
• Es sind oft die kleinen Dinge, wie zufälligen Begegnungen, ein freundlicher Blick, ein liebevolles Wort, gegenseitige Hilfe, ein wertschätzendes Miteinander, die für mich das Leben noch wertvoller machen.
• Es kommt nicht unbedingt auf die Zeit an, die wir mit Menschen verbringen, sondern auf die Qualität der Beziehung.
Dankbarkeit ist einer der Schlüssel zu einem glücklichen Leben.
• Mich mit den für mich richtigen Menschen zu umgeben, die Wertschätzung und das Genießen der Natur und das Ankommen bei mir selbst, ist für mich die Essenz des Lebens.

 

Die beste Erfahrung für mich

Eine besondere Erfahrung, die ich auch machen durfte, waren die erwähnten Ausbildungen. Seit meiner Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter hinein fühlte ich mich nicht sonderlich hübsch. Ich war dünn wie eine Bohnenstange, hatte eher eine sportliche, statt einer femininen Figur und Haare, die eher Borsten glichen, zumindest bei der Kurzhaarfrisur, die ich trug, in dem Glauben, alles andere würde bei mir sowieso keinen Sinn machen.Die_beste_Erfahrung_für_mich Wie unglaublich dankbar und glücklich war ich, als ich dann endlich auch meine weibliche Seite, meine Vorzüge und meine Schönheit in der Ausbildung entdecken durfte. Wie sehr meine innere und äußere Veränderung miteinander einherging und sie sich gegenseitig förderten, war spannend für mich selbst zu beobachten. Das Feedback aus meiner Umgebung ließ auch nicht lange auf sich warten und tat sein Übriges, mein Selbstbewusstsein zu stärken.

Ich weiß, dass das in dem ein oder anderen Ohr jetzt vielleicht etwas schräg klingen mag und es kostet mich tatsächlich auch etwas Mut, das hier so zu schreiben, aber je mehr ich bei mir innerlich ankam und lernte, mich uneingeschränkt zu lieben, desto mehr vertraute ich auch meiner Veränderung im Außen und desto schöner fand ich mich – innerlich und äußerlich. Es war und ist eine der besten Erfahrungen für mich, in deren Prozess ich mich immer noch befinde und auch bleiben werde. Mich selbst wahrzunehmen, wertzuschätzen, mich über mich zu freuen und gnädig mit den Teilen in mir und an mir umzugehen, die eben nicht „perfekt“ sind – und davon gibt es reichlich. Aber das ist total natürlich und normal. Ich bin ein Mensch und ich bin eine Frau. Und das ist gut so.

 

Wie ist das jetzt mit dem Älterwerden?

Ja, ich bekomme mehr Rundungen, meine Haut ist nicht mehr straff, die Falten werden tiefer, und eine normale Brille reichte irgendwann nicht mehr, also musste doch eine Gleitsichtbrille her. Meine Haut ist dünner geworden – nicht nur physisch, sondern auch psychisch, was ich aber auf der anderen Seite auch sehr schätze. Und meine Attraktivität? Die gestalte ich jeden Tag neu – mit passenden Outfits, Make-Up, bewusster Körperpflege, Bewegung, gesunder Ernährung, aber vor allem auch der guten Kontaktpflege zu meinem innersten Kern, mit einem regen Geist, aktivem Austausch und einem strahlenden Lächeln.

Wie hast Du Dich mit Deinem Älter werden, dem 40, 50 oder 60 werden auseinandergesetzt? Hast Du es bewusst wahrgenommen, verdrängt oder ganz allein für Dich im Stillen vollzogen? Hast Du eine Party gefeiert, „Erfahrene“, „Weise“ dazu gefragt und Dir Tipps geholt, Bücher dazu gelesen oder Selbst dazu geschrieben?
Hier kannst Du nachlesen, was andere Frauen über ihr Älterwerden geschrieben haben, ihre Erfahrungen, Einschätzungen und auch ihre Hoffnungen und Visionen auf das, was das Leben noch Spannendes für sie bereit hält:

Dr. Heike Franz  50PLUS – SCHON SEIT EIN PAAR JAHREN

Andrea Stark  Ich bin die Frau meines Lebens!

Tina Möller  Die Wahrheit ist…

Silke Steigerwald Noch keine 60 und doch schon ein bisschen weise …

 

Meine Wünsche für Dich

Ich wünsche Dir von Herzen auch diese wundervollen Erfahrungen.
Und denke dran: Entdecke und zeige, was in Dir steckt.

Wenn Du Dir dabei meine Unterstützung wünschst, dann schau doch mal hier vorbei: mein Online-Angebot für Dich oder vereinbare doch gerne einen Termin für ein kostenloses Kennenlern-Gespräch mit mir.

Ich freue mich auf Dich!